Kinderarmut: Ein zweiter Blick auf die Statistik offenbart mehr als der erste

Zur heutigen Aktuellen Debatte über „Kinderarmut“ erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Arbeit, Soziales und Integration der CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt, Tobias Krull, an:

„Es lohnt sich ein zweiter, tiefergehender Blick auf die Zahlen. Im Jahr 2016 erhielten 23,8 Prozent aller Personen unter 18 Jahren Zahlungen nach dem SGB II. Dies ist ein Rückgang um 2,3 Prozent. Bei aller Notwendigkeit, Bedürftigen helfen zu wollen, muss auch dies gesagt werden dürfen. Auch die unterschiedliche Altersstruktur der Personen, die unter 18 Jahren SGB-II-Leistungen beziehen, muss genau betrachtet werden. So sind es vor allem jüngere Kinder, die hier Sozialleistungen erhalten. Auch die Dauer des Leistungsbezugs muss uns zu Überlegungen führen, welche Maßnahmen hier wirksam der Entwicklung entgegen treten können. So beziehen 59,1 Prozent der Personen unter 18 Jahren mehr als 3 Jahre lang Leistungen des SGB II.

Man muss sich die Zeit nehmen die Zahlen sehr genau zu analysieren. Denn das Prinzip ‚viel hilft viel‛ gilt nicht für die Sozialpolitik. Wir müssen schon sehr darauf achten. dass die Sozialausgaben so eingesetzt werden, dass sie effektiv und effizient den Betroffenen helfen. Immerhin wurden im Jahr 2015 deutschlandweit 888 Milliarden für diesen Politikbereich ausgeben, eine Steigerung von 115 Milliarden seit 2011. Ferner wird deutlich, dass seit 2014 die Zahl ‚einheimischer‛ Kinder und Jugendlicher, die SGB-II-Leistungen beziehen, deutschlandweit zurückgeht: Allein von Mai 2015 auf Mai 2016 um immerhin 62.200 Kinder bis 15 Jahre in Deutschland. Gleichzeitig steigt aber die Anzahl der Kinder, die als Flüchtlinge in Deutschland eine sichere Zuflucht und entsprechende Anerkennung finden und die damit dann auch in den Leistungskreis des SGB II kommen.

Armut ist einer Betrachtung zu unterziehen, die die Relativität der Zahlen betont. Bitterste Armut geht weltweit zurück. Armut in Deutschland ist damit nicht zu vergleichen, weil sie von einem, viel höheren Niveau der Sozialleistungen ausgeht. Diese Tatsache muss und sollte jedem Betrachter der Armutsstatistiken präsent sein.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer und bundespolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Markus Kurze, ergänzt: „Die CDU-Fraktion setzt sich vor dem heute debattierten Hintergrund für eine bessere steuerliche Entlastung von Familien ein. Hier kann das französische Modell, faktische Steuerfreiheit ab 3 Kindern, ein Vorbild sein.“

Tobias Krull abschließend: „Wir brauchen eine Chancengesellschaft damit die junge Generation die Möglichkeit für ein selbstbestimmtes Leben haben. Eine gute Bildungs- und Schulpolitik sowie eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung sind die Basis dafür. Es wurde schon viel erreicht aber es bleibt noch viel zu tun.“