Frauenort in Halle gibt den Rahmen für Jubiläums-Festakt und Vorstandswahl

16. Landesdelegiertentag „Frauen Union – mit Zukunft!“ am Sonnabend, 28. November 2015, in Halle: Sabine Wölfer als Vorsitzende wiedergewählt

Im Mutterhaussaal des Diakoniewerks in Halle, wo die Frauen Union der CDU Sachsen-Anhalt im August vor 25 Jahren gegründet worden war, wählte die FU am Sonnabend ihren neuen Vorstand und beging einen politisch-kulturvollen Jubiläums-Festakt. Das Diakoniewerk ist ein von Frauen und christlicher Nächstenliebe geprägtes Unternehmen.

Im Beisein der FU-Landesdelegierten enthüllte Oberin Elisabeth Koch (79) am Haupteingang feierlich eine Informationstafel, die über die Entstehung und Geschichte dieses Frauenortes Auskunft gibt. Noch leben 20 Diakonissen im Durchschnittsalter von 86 Jahren in dieser Glaubens-Lebens- und Dienstgemeinschaft zusammen. Auch wenn dies nicht die Lebensform sei, die von jungen Frauen heutzutage angestrebt werde, „bin ich mir aber gewiss, dass die Wertorientierung der Zeit entsprechend in neuen Formen bestehen bleibt“, betonte die kaufmännische Geschäftsführerin des Diakoniewerkes Elke Hirsch.

Frauen-Union-Vorsitzende Sabine Wölfer, die auf dem 16. Landesdelegiertentag mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde, erinnerte an die Anfänge der FU in Sachsen-Anhalt. Von Sabine Klenke, Ute Glier sowie Brunhilde Liebrecht mit Frauen aus allen Teilen des Bundeslandes gegründet, entwickelte sich die FU mit aktuell 2153 Mitgliedern zur stärksten Vereinigung innerhalb der Landes-CDU und stellt etwa ein Drittel der Parteimitglieder. Mit großem Engagement in der CDU und vielen Ehrenämtern nehmen sich die Frauen gesellschaftlich relevanter Themen an, darunter sind GAiL Aktionen wie die Initiativen Gegen Angst in belastenden Lebenssituationen, GAjL - Gegen Abwanderung Junger Landeskinder oder jüngst die Resolution, die auf die besondere Situation traumatisierter Flüchtlingsfrauen eingeht und notwendige Hilfen einfordert.

Für ihr engagiertes und ideenreiches Wirken wurden anlässlich des FU-Jubiläums einige Frauen besonders geehrt: Christiane Wagner (Anhalt-Bitterfeld), Christina Meyer (Merseburg), Marlies Schünemann (Bördekreis), Sigrid Kautz (Halle), Brigitte Warzitz (Magdeburg), Regina Leicht (Salzland) Christiane Nöthen (Dessau-Roßlau) sowie Brunhilde Liebrecht (Landesgeschäftsführerin aus Halle), die mit Diplomatie und Beharrlichkeit seit der Gründung die Geschäfte der Frauen Union führt.

Die Frauen haben viel erreicht, aber in einer Frage treten sie dennoch auf der Stelle. Der Frauenanteil unter den Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl ist „erschreckend gering“, stellte nicht nur Sabine Wölfer fest. Die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer sagte, an der Verbesserung der Mütterrente sei die Frauen Union maßgeblich beteiligt, damit werde die Erziehungsleistung von Millionen Frauen in Deutschland gewürdigt. „Wir wollen uns auch in Zukunft für die Werte der Frauen stark machen.“ Das Ziel einer Gesellschaft mit Gesicht sei jedoch nur erreichbar, wenn Frauen in allen Bereichen mitwirkten. „Ich wünsche mir, dass die CDU insgesamt weiblicher wird“, sagte Heike Brehmer. „Das Bundesland steht vor zahlreichen Entscheidungen, die auf Sachverstand, Herz und Engagement der Frauen angewiesen sind.“ Die Frauen Union wolle Politik nicht gegen, sondern mit Männern gestalten. Da es jedoch offensichtlich nicht anders gehe, sei eine feste Frauenquote nötig. „Wir sind noch lange nicht am Ziel.“

In der Wendezeit ließen sich die Frauen nicht abdrängen, sie wollten die Gesellschaft mitgestalten, betonte Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D. und Ehrenvorsitzende der Frauen Union Deutschland, in ihrer Videobotschaft. Sie haben viel auf den Weg gebracht, sie setzen sich für Frieden, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit ein. „Das Thema Flucht und Asyl wird uns noch lange beschäftigen“, sagte Süssmuth, „es kommt darauf an, Probleme zu lösen, die bisher ungelöst sind“. Das gelinge nicht ohne das Engagement der Frauen.

Um ihre Position zu stärken, setzt die FU auf die Mobilisierung der Frauen für die Politik. Der neue Internetauftritt auf www.fulsa.de soll dazu beitragen. Erstmals wurde deshalb eine Internetbeauftragte in den Vorstand gewählt: Jacqueline Strauß aus dem Kreisverband Magdeburg wird sich darum kümmern, die Aktivitäten der FU aktuell ins Netz zu bringen und dem Erfahrungsaustausch der Frauen eine Plattform zu geben. Mit der neuen Funktion der Schatzmeisterin wird sich Peggy Hommel vom Kreisverband Magdeburg um die Einwerbung von Sponsorengeldern bemühen, um einen Spielraum für Aktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit zu eröffnen. Weiterhin wurden Kerstin Berlin (Anhalt-Bitterfeld), Angela Gorr (Landkreis Harz) und Eva Feußner (Burgenlandkreis) als stellvertretende Vorsitzende, Britta Klobe (Anhalt-Bitterfeld) als Schriftführerin sowie zehn Beisitzerinnen gewählt.