Aufruf der CDA zum Tag der Arbeit: Würdige Arbeit – auch in der digitalen Welt

Internet und Industrie 4.0 verändern Wirtschaft und Arbeitswelt rasant. Das eröffnet große Chancen: Chancen für Innovationen, für mehr Wohlstand und Beschäftigung, für eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie. Aber die Digitalisierung birgt auch Risiken: In einigen Branchen brechen Arbeitsplätze weg, ständige Erreichbarkeit führt zur Entgrenzung von Arbeit, moderne Technik macht lückenlose Kontrolle von Beschäftigten möglich, Arbeit kann immer kleinteiliger organisiert werden – wodurch viele Menschen an Sicherheit verlieren.

Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Risiken begrenzen. Wir wollen Flexibilität und Sicherheit miteinander in Balance bringen. Deshalb wollen wir den digitalen Wandel gestalten. Maßstab ist für uns die Würde des arbeitenden Menschen. Arbeit darf nicht wie eine Ware behandelt werden! Insbesondere die Sozialpartner sind gefordert – etwa wenn es um die Weiterbildung von Beschäftigten geht, damit diese fit werden für die moderne Arbeitswelt. Aber auch die Politik muss ihren Beitrag leisten.

- einen Arbeitnehmerdatenschutz, der verhindert, dass der „gläserne Arbeitnehmer“ entsteht; eine

- soziale Absicherung auch für Solo-Selbständige;

- ein Mitbestimmungsrecht von Betriebs- und Personalräten bei Werk verträgen, Leiharbeit und Outsourcing;

- bessere Regelungen zum Schutz vor psychischen Fehlbelastungen am Arbeitsplatz;

- ein „Recht auf Feierabend“ und neue Spielregeln, die den Schutz des Wochenendes und des Urlaubs in Zeiten ununterbrochener Erreichbarkeit sichern;

- die Sicherung grundlegender Arbeits-, Verbraucher-, Gewerbe- und Gesundheitsschutzvorschriften auch in der „Share Economy“ (etwa bei Online-Plattformen für Privatquartiere und Mitfahrgelegenheiten).

Wir wollen würdige Arbeit auch in der digitalen Welt! Die Würde der Arbeit drückt sich auch in ihrer Bezahlung aus. Deshalb müssen Sozialpartner und Politik dafür Sorge tragen, dass Mindestlohn und Tarifentgelte nicht durch Internet-Portale und „Clickworking“ – also die Versteigerung von Arbeit in Mini-Portionen – ausgehöhlt werden.

Auch die digitale Arbeitswelt muss eine menschliche und dem Menschen gemäße Arbeitswelt sein. Dafür arbeiten wir – und dafür bitten wir Sie um Unterstützung.